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Infos für Leiter*innen

Auf diesen Seiten findest du regelmäßig neue Infos und Materialien für deine Arbeit als Leiter*in.

Außerdem gibt es hier unser Schutzkonzept und Hinweise, wie du in Notfällen richtig handeln kannst.

Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit an die Landesvertrauenspersonen oder an Lavinia aus der Geschäftsstelle wenden.

Schutzkonzept und Materialien für den Verdachtsfall

Schutzkonzept

Selbstverpflichtung

Krisenplan

Dokumentation

Material- und Methodensammlung

Informationen zum Thema Prävention für alle Pfadis ab 15 Jahren.

Informationen zum Thema Prävention für Kinder und Jugendliche.

Methoden zum Thema “Prävention” für Gruppenstunden.

FAQs für Leiter*innen

Bei uns ist es so sicher wie auch in der Schule, im Sportverein oder bei anderen Aktivitäten, bei denen Menschen zusammenkommen – denn sexualisierte Gewalt findet hauptsächlich im sozialen Nahraum statt. Es wäre unehrlich zu sagen, dass es bei uns keinerlei Vorfälle gab. Leider machen sehr viel mehr Kinder und Jugendliche, als wir denken, schlimme Erfahrungen. Laut Schätzungen der WHO gibt es durchschnittlich in jeder Schulklasse 1 – 2 Schüler*innen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung sind die Zahlen bis zu dreimal so hoch. Es ist also nur logisch, dass es auch im VCP Menschen gibt, die sexualisierte Gewalt (innerhalb oder außerhalb des Verbandes) erlebt haben oder erleben.

Wir haben aber schon viel unternommen, um gemeinsam sicher Pfadfinden zu können: Unsere Gruppenleitungen werden sensibilisiert und geschult, wir haben ein Netzwerk aus Vertrauenspersonen, es gibt Schutzkonzepte für Veranstaltungen und durch die Beschäftigung mit dem Thema entsteht eine Atmosphäre, in der übergriffiges Verhalten oder Schlimmeres kaum noch Platz findet.

Schon seit 2005 entwickelt der VCP kontinuierlich Materialien, Konzepte und Hilfestellungen rund um das Thema Prävention sexualisierter Gewalt. Unser Schutzkonzept „achtsam & aktiv im VCP“ setzt weit vor dem schlimmsten denkbaren Fall eines massiven Missbrauchs an.
Es sensibilisiert Kinder und Jugendliche dafür Grenzen zu erkennen und respektieren, und achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen. Gruppenleiter*innen im VCP beschäftigen sich auch im Rahmen ihrer Ausbildung intensiv mit dem Thema Prävention. Sie lernen Situationen einzuschätzen, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und bauen Handlungskompetenz für den Krisenfall auf. Ein Netzwerk von zusätzlich geschulten Vertrauenspersonen ist auf allen Ebenen des VCP aktiv. So haben Pfadfinder*innen bei Fragen oder Problemen immer mindestens eine Anlaufstelle in ihrem Umfeld.

Jede Gruppenleitung bzw. jede Person, die im Rahmen des VCP Bayern pädagogisch mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, muss ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Für Lager und Aktionen soll es künftig immer mehr eigene Schutzkonzepte geben, die auf die Situation vor Ort, die Zielgruppe und die Art der Aktion zugeschnitten sind. Auch bauen wir unser Vertrauenspersonen-Netzwerk weiter aus, machen diese vor Ort sichtbarer und schaffen eine offene und kommunikationsfreudige Atmosphäre.

Als Gruppenleiter*in im VCP hast du ja höchstwahrscheinlich eine Gruppenleitungsausbildung (LuF) gemacht. Bei LuF bekommst du die Grundausstattung an Wissen und Können rund um die Themen Prävention, Intervention, Diversity, Mobbing und Methoden für die Gruppenstunde. Auch in den Juleica-Ausbildungen anderer Träger muss das Thema Prävention vorkommen.

Zusätzlich bieten wir (aktuell und zukünftig) eigene Schulungsformate für verschiedene Zielgruppen an, in denen wir bestimmte Aspekte deutlicher beleuchten oder einfach vorhandenes Wissen auffrischen und offene Fragen klären.

Außerdem wird es immer, wenn es neues Präventions-Material gibt, eine Info über die Regionsleitungen an die Stammesleitungen geben, so dass eure Stammesleitung euch informieren kann. Und auf dieser Webseite findest du nach und nach immer mehr Material, das wir für euch entwickeln oder zusammenstellen.

Und - du bist nicht alleine!

Wenn du über eine Beobachtung, einen Verdacht oder einen Vorfall reden willst, sind die Vertrauenspersonen für dich da.

Wenn du Fragen, Ideen oder Wünsche hast, melde dich beim den Landesvertrauenspersonen oder Lavinia aus dem Hu100.

Wenn du Redebedarf hast, gibt es auch unseren Kummerkasten

Wenn es um die Gruppenarbeit geht - hier richten wir uns (wie sonst auch) nach dem Alter und der Entwicklung der Gruppenmitglieder.

  • Bei den Kleinen geht es vorallem darum, sie in ihrem Selbstwert zu stärken, ihnen zu vermitteln, dass sie Grenzen setzen können, aber auch beachten müssen, dass jede* Rechte und Pflichten hat und dass sie immer mit jemandem reden können, wenn sie sich zum Beispiel in einer Situation unwohl fühlen oder Fragen haben.
    Das vermittelst du zum einen dadurch, wie ihr in der Gruppe miteinander umgeht, zum anderen kannst du auch Spiele machen, die diese Sachen vermitteln.
  • Wenn deine Sipplinge älter werden kommen neue Themen und Möglichkeiten hinzu, wie zum Beispiel die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Diskussionen und altersgemäßen Rechten und Pflichten.

Kennst du schon die Methodensammlung für solche Gruppenstunden? Hier kannst du sie ansehen und runterladen.

Nein. Die klassische sexuelle Aufklärung sehen wir als Aufgabe der Eltern an. Wir vermitteln den Kindern in erster Linie, dass sie gut sind wie sie sind, dass sie Grenzen setzen dürfen und die Grenzen anderer beachten sollen, dass ihr Körper ihnen gehört und dass es ok ist zu äußern, wenn man sich unwohl fühlt.

Wenn ein Kind mit Fragen auf dich zukommt, kannst du dich entscheiden, ob du diese Frage beantworten kannst und und willst oder ob das in Zusammenarbeit mit den Eltern passieren soll.

Wenn die Pubertät da ist und sich viele Gespräche und Gedanken deiner Sipplinge um das Thema Sexualität drehen, kann es dazu auch Sippenstunden geben. Wenn du das machen möchtest,  empfehlen wir dir, dich dazu vorher mit den Eltern abzustimmen.

Das Wichtigste ist, dass ein Kind weiß, dass es so wie es ist, in Ordnung ist. Dass es selbst über den eignen Körper entscheiden kann und das Recht hat, Grenzen zu setzen. Und dass das auch für alle anderen gilt. Auch ist es wichtig, dass deine Sipplinge wissen, wer die Vertrauenspersonen sind und wo sie diese kontaktieren können (Safer Space, Telefonnumer, etc.).

Hierfür haben wir eine bunte Karte entwickelt, die ihren Weg zu allen jungen Mitgliedern im VCP Bayern finden soll. Auf dieser Karte sind kindgerecht die Rechte und Pflichten jedes*r kleinen Pfadfinder*in erklärt. Außerdem kann jedes Kind die zuständige Vertrauensperson in die Karte eintragen.

Die bunte Karte kann gerne im Hu100 nachbestellt werden.

Fragen von Eltern sind uns ebenso willkommen, wie Fragen von Kindern und Jugendlichen. Denn wir verstehen uns als ihre Verbündeten, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche so stark wie möglich zu machen und so gut wie möglich zu schützen.

Eltern können sich wenden an:

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist ein großes und viel benutztes Wort. Für uns bedeutet es im Zusammenhang mit Prävention, dass wir alle sowohl auf uns selbst achten und darauf aufpassen, dass es uns gut geht – aber auch, dass wir bewusst und aufmerksam mit andren umgehen und darauf achten, dass es ihnen gut geht.

AK

Die Abkürzung AK steht für Arbeitskreis. Im VCP Bayern ist ein Arbeitskreis eine feste Form der Zusammenarbeit. In einem Arbeitskreis finden Menschen zusammen, die sich gut mit einem Thema auskennen und/oder großes Interesse daran haben. Ein Arbeitskreis kümmert sich dann um alles, was mit seinem Thema zu tun hat. Im Landesrat berichten AKs von ihrer Arbeit und bleiben mit den Regionen und Stämmen im Gespräch.

Diversity

Diversity bedeutet übersetzt "Vielfalt". Was damit gemeint ist, geht aber weiter. Wenn wir von Diversity sprechen, dann geht es um den bewussten Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft. Eines unserer Ziele im VCP Bayern ist Respekt und Toleranz. Dazu zählt auch, dass wir die Vielfalt in der Gesellschaft befürworten und einen aufgeklärten Umgang damit fördern.

Intervention

Unter Intervention versteht man alle Bemühungen und Schritte, die unternommen werden, um Vorfälle sexualisierter Gewalt zu beenden. Im VCP gibt es hierfür Krisenleitfäden und andere Hilfsmittel, die unsere Vertrauenspersonen dabei unterstützen.

Juleica

Juleica ist die Abkürzung für Jugendleiter*innen-Card. Diese Karte ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber*innen. Um eine Juleica beantragen zu können, müssen Jugendleiter*innen eine Ausbildung machen, die bestimmte Inhalte und Qualitätsstandards erfüllen muss. Unsere Jugendleiter*innen-Ausbildung LuF ist eine solche Ausbildung.  

LuF

Luf ist die Abkürzung für „Leiten und Führen“ und der Name unserer Jugendleiter*innen-Ausbildung im VCP Bayern. LuF besteht aus 2 Wochen, in denen Jugendliche alles lernen, was sie benötigen, um eine Gruppe verantwortungsvoll leiten zu können.

Prävention

Unter Prävention versteht man Maßnahmen, die dazu dienen sexualisierte Gewalt zu verhindern. Das bedeutet zum einen, dass es Regeln, Konzepte und Informationen gibt, die dafür sorgen, dass erst gar nichts passiert. Zum anderen bedeutet es auch, dass man lernt, Situationen einzuschätzen und ggf. einzugreifen. 

Resilienz

Resilienz ist kurz gesagt das Immunsystem der Seele. Man versteht unter Resilienz die Fähigkeit von Menschen, mit stressigen, unangenehmen oder schlimmen Situationen umgehen zu können. Wie gut man das kann hängt von vielen Dingen ab. Dazu zählen zum Beispiel das Bild, das man von sich selbst hat, ob man weiß, dass man etwas bewirken kann (Selbstwirksamkeit) oder Techniken, wie man Grenzen setzen und sich schützen kann.

Schutzkonzept

Schutzkonzepte werden von Organisation wie zum Beispiel dem VCP erstellt, um die Organisationen so sicher wie möglich zu machen. Dazu werden Risiken analysiert und strukturelle Veränderungen, Vereinbarungen und Absprachen konzeptionell festlegt sowie Haltung und Kultur einer Organisation in präventiver Hinsicht weiterentwickelt.

Sensibilisierung

Wenn wir von Sensibilisierung reden, geht es darum, bei allen (altersgemäß) ein Bewusstsein für das Thema Prävention zu schaffen. Es geht dabei zum einen darum, genauer darauf zu achten, wie wir miteinander umgehen, zum anderen auch darum, dass sich Leiter*innen ihrer Verantwortung bewusst sind.

Sexualisierte Gewalt

Die Begriffe sexualisierte Gewalt oder sexuelle Gewalt sind andere Begriffe für sexuellen Missbrauch. Grundsätzlich geht es bei all diesen Begriffen um sexuelle Übergriffe unterschiedlichster Abstufungen, wie zu Beispiel absichtliches Überschreiten von körperlichen oder sexuellen Grenzen (körperlich oder verbal). Im VCP Bayern verwenden wir meistens den Begriff „sexualisierte Gewalt“, weil dieser zum einen zeigt, dass diese Gewalt schon weit vor dem beginnt, was man landläufig unter Missbrauch versteht. Zum anderen macht der Begriff sexualisierte Gewalt deutlicher, dass in diesen Fällen Sexualität zur Gewaltausübung benutzt wird.

Vertrauenspersonen

Vertrauenspersonen im VCP Bayern sind Pfadfinder*innen, die sich mit den Themen Prävention, Intervention, unserem Schutzkonzept und Hilfestrukturen auskennen. Sie sind als Ansprechpartner*innen in Stamm, Region oder im Land bekannt, so dass sich jede*r, der*die eine Frage, ein Problem oder Gesprächsbedarf hat, an sie wenden kann.